Gemäß einem aktuellen Pressebericht erwägt das israelische Innenministerium nunmehr offiziell, die Erwirkung von Arbeitsvisa für ausländische Fachkräfte zu erleichtern. Dies ist insbesondere für deutsche und österreichische Firmen relevant, welche in Israel Projekte durchführen. 


Generell bestehen heute insbesondere zwei Voraussetzungen, welche die Erwirkung von Arbeitsvisa in Israel für ausländische Fachkräfte erheblich erschweren: 


So muss der ausländische Arbeitgeber nachweisen, dass er jedem seiner nach Israel entsandten Facharbeiter ein Monatsgehalt in der Höhe des doppelten israelischen Durchschnittslohnes bezahlt (dieses liegt heute etwas weniger als 5,000 Euro monatlich für eine Vollzeittätigkeit).
Ferner muss für Facharbeiter, welche keine Akademiker sind, in vielen Fällen ein Depot von 36,000 NIS (fast 9,000 Euro) pro Mann hinterlegt werden, welches erst mit erheblicher Verspätung nach erbrachtem Nachweis der Ausreise des Mitarbeiters rückerstattet wird. 


Nachdem in Israel der Bedarf an ausländischen Fachkräften seit 2014 um 156% gestiegen ist, erwägt nun das israelische Innenministerium, ein erleichtertes Arbeitsvisum für 90 Tage einzuführen, welches sowohl vom Erfordernis des Mindestlohnes als auch von der Deponierung des Sicherheitsbetrages für Nichtakademiker befreit. Zudem soll der Vorgang der Visagewährung erheblich beschleunigt werden (heute beträgt die durchschnittliche Zeitspanne zur Erwirkung eines Expertenvisums 6 bis 8 Wochen). 


Unklar bleibt vorerst, ob die Erleichterungen für sämtliche Wirtschaftszweige gelten, oder nur auf bestimmte Sektoren beschränkt bleiben. Aus diesem Grunde ist unsere Kanzlei in Zusammenarbeit mit der deutsch-israelischen Außenhandelskammer gegenüber der entsprechenden Fachkommission des Innenministeriums aktiv, um diese auf den dringenden Bedarf insbesondere deutscher Unternehmen an hochqualifizierten ausländischen Fachkräften hinzuweisen, welche dank ihres erheblichen technologischen Knowhows in Israel Projekte von erheblicher nationaler Bedeutung durchführen.